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Wir sind eine kleine jüdische Gemeinde, wohl die kleinste Gemeinde in Bayern. Etwa
80% unserer Mitglieder kommen aus den Ländern der ehemaligen
Sowjetunion, etwa 20% sind deutschsprachige Juden. Wir fühlen uns den
jüdischen religiösen Gesetzen (Halacha) verpflichtet und bemühen uns
nach besten Kräften diese wenigstens auf dem niedrigsten
„orthodoxen“ Niveau zu befolgen. Das ist keine leichte Aufgabe,
denn, obwohl wir alle eine sehr große Pietät unserer Religion
gegenüber empfinden, sind die meisten von uns es nicht gewohnt und
nicht geübt ein jüdisch-religiöses Leben zu leben.
Eine besondere Herausforderung ist für uns
unterschiedlich geprägten Vorstellungen unserer Mitglieder zu dem,
was eigentlich Jude ist, gerecht zu werden. Während für den
„russischen“ Teil die Betonung auf der nationalen Seite des
Judentums liegt, ist es für die deutschsprachigen Mitglieder in erster
Linie die Religion.
Da aber das Judentum in der Tat beides ist, widersprechen sich diese
Vorstellungen nicht, sondern ergänzen einander.
Unterschiedliche Muttersprachen unserer
Mitglieder sind auch eine Herausforderung (Herausforderung, nicht
ein Problem!) für uns. Wir bemühen uns sehr, dass es bei uns immer
aus dem Deutschen ins Russische und umgekehrt übersetzt wird, wenn
wir den Bedarf dazu sehen.
Wie schon erwähnt, fühlen wir uns der Halacha
verpflichtet. Diese definiert einen Juden als jemanden, der eine
jüdische Mutter hat oder zum Judentum konvertiert ist. Die Tatsache
ist aber, dass viele einen nicht jüdischen Ehepartner haben oder nur
ihr Vater Jude ist. Was aber nun mit diesen Menschen? Wir wollen
sie auf keinen Fall ausgrenzen. Sie können bei uns genau so wie die
Juden an allen religiösen und gesellschaftlichen Aktivitäten unserer
Gemeinde teilnehmen. Die Unterschiede bestehen nur in rein
religiösen Angelegenheiten und nur so weit, wie das nach der Halacha
unbedingt sein soll.
Die Gebetssprache ist bei uns
selbstverständlich Hebräisch- gemeinsame wenn auch nicht für alle
verständliche Sprache der Juden. Wir legen aber einen ganz großen
Wert darauf, dass alle auch eine Chance haben den G-ttesdienst zu
verstehen, d.h. wir versuchen immer russische und deutsche
Übersetzung und Transkription zur Verfügung zu stellen.
Neben G-ttesdiensten gehören bei uns zum
Angebot soziale Beratung vor allem für unsere „russischen“
Mitglieder, Religionsunterricht für Kinder (Schulkurs),
Religionsunterricht für Erwachsene in russischer und deutscher
Sprachen, Gijur-Unterricht,
Seniorenclub, Deutsch-, Ivrith-, Russisch- und Englisch-Unterricht
für Erwachsene und Kinder.
Trotz beschriebener Schwierigkeiten können wir
uns einer ziemlich hohen Besucherquote erfreuen. So werden bei uns
Erew Schabat (Schabatbeginn) und Schacharit leschabat (Morgengebet
am Schabat mit Thoralesen) von durchschnittlich 15-20% der
Mitglieder besucht, an großen Feiertagen steigt diese Zahl auf bis
zu 60%. Hinzu kommen noch Menschen mit einem jüdischen Vater, nicht
jüdische Verwandte unserer Mitglieder, Menschen, die erwägen zum
Judentum zu konvertieren, Freunde und Besucher.
Wenn Sie
uns finanziell unterstützen möchten wenden Sie sich per
Kontaktformular an unseren Vorstand oder überweisen Sie direkt auf
unser Spendenkonto:
Jüdische Kultusgemeinde Erlangen
Stadt- und Kreissparkasse Erlangen
Kto: 60001458 Blz:
76350000 |