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Die Torah |
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Die ältesten
Quellen berichten, dass Mose die Vorlesungen aus der Torah zu den
Festen und Shabbat eingerichtet hat.
„versammle das Volk - die Männer und Frauen, Kinder und Greise, dazu
die Fremden, die in deinen Stadtbereichen Wohnrecht haben -, damit sie
zuhören und auswendig lernen und den Herrn, euren G.tt, fürchten und
darauf achten, daß sie alle Bestimmungen dieser Weisung halten.“[1]
Seit Esra[2],
der große Reformator nach der Babylonischen Gefangenschaft (etwa 445
v.Z), ist die Torah die Grundlage und Lehre der jüdischen Tradition
geworden. Er verpflichtete die Gemeinde auf die Torah[3].
Es war nach dem babylonischen Exil die große Tat der Neubegründung des
Judentums gewesen, die Torah durch regelmäßige, an den wichtigen
Gebetszusammenkünften sich wiederholende Vorlesung in das Bewusstsein
der Gläubigen einzuführen und deren gesamtes religiöses Leben nach ihr
zu richten. Ohne Sefer Torah keine jüdische Gemeinde! Dies haben die
syrisch-griechischen Herrscher sehr wohl verstanden, und sie verbaten
daher dem jüdischen Volk aus der Torah zu lesen. Dass dies nicht
gelungen ist, zeigt uns der historische Hintergrund des Chanukafestes.
Seit dem ist das Kennzeichnende für eine jüdische Gemeinde das
regelmäßige Lesen aus der Torah.
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Dazu benötigen
wir:
1.
mindestens 10 religionsmündige Männer[4]
2. eine Sefer
Torah (Torahrolle) |
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Die Sefer
Torah (die fünf Bücher Mose) wird auch heute noch von Hand von
einem speziell dazu ausgebildeten Schreiber (Sofar) geschrieben.
Jeder Buchstabe hat eine bestimmte
Schreibweise. Auch die Tinte ist speziell dazu angefertigt,
damit die Buchstaben möglichst dauerhaft und deutlich zu lesen
sind. Die Buchstaben werden noch immer mit einem Federkiel ohne
Metallzusätze geschrieben. Jeder einzelne Buchstabe wird
sorgfältig geprüft, damit kein einziges Jota[5]
י
verloren geht, denn jeder Buchstabe hat seine spezifische
Bedeutung. |

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Sogar ursprüngliche, sogen. grammatikalische
Schreibfehler[6]
werden übernommen. Deswegen
kann man davon ausgehen, dass jede neu geschriebene Torah authentisch
ist mit der vor über tausend Jahren. Sie wird auf Pergament
geschrieben. Sogar die Tierart, aus deren Haut das Pergament
hergestellt wird, muss von einer koscheren (geeigneten) Tierart sein.
Ebenso die Fäden, womit die Einzelblätter (Klaf
קלף
genannt)
zusammen genäht werden. Eine Thorarolle besteht aus vierzig aneinander
genähten Blättern. Der Text ist in Spalten angeordnet, wobei eine
Spalte
im Allgemeinen
mindestens vierzig, jedoch nicht mehr als sechzig Zeilen umfasst.
Nachdem nochmals jeder Buchstabe sorgfältig geprüft wird, ob sich
Abschreibfehler eingeschlichen haben, wird das erste Blatt mit dem
Anfangsbuchstaben
ב
von
בראשית
(bereshit) an zwei Stöckenעץ-
חיים (éts-xajim,
Lebensbaum) befestigt; ebenso das Blatt mit dem letzten Buch-staben
ל
vom
כל
ישראל
(kol-Israel,
ganz Israel). Es ist bestimmt kein Zufall, fügt man den letzten
Buchstaben
ל
(lamed) Ende fünftes Buch Mose mit dem ersten Buchstaben
ב
(beth oder weth) Anfang erstes Buch Mose zusammen, ergibt es das Wort
לב
Lev, d.h. Herz um anzugeben, dass jeder Jude, der noch ein bisschen
jüdisches Herz hat, immer wieder den Zyklus der Torahlesung mit Herz
und Seele mitmacht.
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Deuteronomium |

Numeri |

Leviticus |

Exodus |

Genesis |

Rimonim |
Weil die Torah
das Kostbarste ist, was die Gemeinde besitzt, wird sie mit einem
schön bestickten Mantel (Malbusch oder Mappa) umkleidet. Oben auf
den zwei Stöcken (Lebensbaum) werden zwei reich verzierte Rimonim
(Granatäpfel) gesteckt. Aufbewahrt wird sie in einem besonderen
Schrank, Aron haKodesh (Heiliger Schrank) an der Ostwand der
Synagoge, Richtung Jerusalem. |

Mappa |

עץ-חיים היא למחזיקים בה ותמכיה מאשר
„Ein Baum des Lebens (éts-xajim)
ist sie (die Thora), den an ihr Festhaltenden, und die sie erfassen,
sind selig gepriesen.“[7]
Eine Sefer-Torah
kann durch jahrelangen Gebrauch beschädigt oder durch Gewalt
ungeeignet (Pausul) gemacht werden. Sie ist dann für den religiösen
Gebrauch nicht mehr passend. Entweder wird sie in einer so genannten
Genisa[8]
aufbewahrt oder sie wird mit aller Würde beerdigt. Seit einigen Jahren
haben wir eine Torahrolle in Besitz, die vor der Nazizerstörung aus
einer Synagoge in Nürnberg gerettet wurde, aber trotzdem massiv
beschädigt ist. Bis heute steht sie deshalb unbenutzt in unserem
Torahschrank, nicht weil wir sie nicht brauchen, sondern weil uns
bislang die finanziellen Möglichkeiten zur Restaurierung fehlen.
Besonders die Tatsache, dass sie die Zerstörung der Nazis überlebt
hat, verpflichtet uns, diese Torahrolle in aller Ehre
wiederherzustellen und sie wieder sprechen zu lassen. Leider ist diese
Restaurierung mit enormen Kosten verbunden, die wir uns als kleine
Gemeinde nicht leisten können. Auch sie muss Buchstabe für Buchstabe
sorgfältig kontrolliert, Beschädigungen neu schriftlich fixiert
werden. Dazu gibt es in Israel spezielle Fachleute (Sofar), die diese
Arbeit minuziös ausführen. Die geschätzten Kosten dafür belaufen sich
auf ca. € 5000,00

Kontrolle einer Torahrolle Photograph
© by Jacksoville.com
Auf uns, die
Jüdische Gemeinde in Erlangen, obliegt die Aufgabe dafür Sorge zu
tragen, dass wir die über tausend-jährige Tradition der Torahlesung
aus der hebräisch geschriebenen Sefer-Torah einhalten. Damit ist der
Wunsch, dass diese ehrenwürdige Sefer Torah wieder hergestellt wird,
auf finanzielle Hilfen eurerseits verbunden.
Aus
der Synagoge
der
Gabaj
©
Arjeh Lieo Gur
Wenn Sie
uns finanziell unterstützen möchten wenden Sie sich per
Kontaktformular an unseren Vorstand oder überweisen Sie direkt auf
unser Spendenkonto:
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Jüdische Kultusgemeinde Erlangen
Stadt- und Kreissparkasse Erlangen
Kto: 60001458 Blz:
76350000 |
[1]
Dewarim (Deuteronomium) 31:12
[2]
Esra lebte vermutlich etwa 480 v.Z. während der Regierung von
Artaxerses. Er war am persischen Hof als Beamter tätig und hatte die
Verantwortung, die jüdisch religiösen Angelegenheiten mittels
Anordnungen zu organisieren. Später, 445 oder 458 v.Z., versorgte er
den Auszug einer Gruppe Juden zurück nach Jerusalem
[3]
Esra 7:7-10ff. Nehemia 8,9 und 10
[4]
Minjan (hebr. Zahl) Mindestanzahl von zehn im religiösen Sinne Juden,
die zur Abhaltung des G.ttesdienstes anwesend sein müssen um aus der
Torah lesen zu dürfen.
[5]
der Jod ist der kleinste Buchstabe im hebräische Alef-beth (Alpabet)
[6]
In der
Sefer-Torah steht in Gen. 2:1
בהבראם
behibaram. Dies ist kein Schreibfehler, sondern hat eine besondere
Bedeutung. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia wird der Buchstabe He
normal gedruckt, währen in einem jüdischen hebräische Druck der
Buchstabe He immer klein gedruckt.
[7]
Sprüche 3:18
[8]
Genisa (urspr. pers., hebr. 'Aufbewahrung') speziell eingerichteter
Ort zur Aufbewahrung unbrauchbarer heiliger Schriften, Bücher und
Kultgegenstände.
Siehe
auch Artikel : "Die Torah als Buch der Weisung"
unter
www.jcrelations.net/de/index.php und
www.bnei-noach.de
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