WAS IST B

 

 

 

 

Schawuot – Die Kinder Israel bedürfen nach ihrer Befreiung psychischer Sicherheiten

 

von

Gabriela Sarah Bayer

unter Mitarbeit

von

Arjeh Lieo Gur

 

·         Kurze Einführung in Bedeutung und Wesen von Schawuot

Schon die Überschrift macht augenfällig, dass das zweite jüdische Wallfahrtsfest Schawuot mit Pessach zusammenhängt, beide Feste nicht nur durch das Omer-Zählen (49 Tage bis Schawuot) miteinander in Verbindung stehen. Kaum ein an-deres Fest verkörpert den Zusammenhang spirituell-religiöser Elemente mit irdisch-materiellen oder: Physische Befreiung ohne sicheren Halt durch spirituelle und moralische, also fest-stehender Systeme ist nur ein Schein, führt nach anfänglichen Glücksmomenten ins haltlose Chaos, in Verwirrung und Zügellosigkeit.

 

 

Das kalligraphisch geschmückte Wort Zakor heißt Erinnerung und bezieht sich hier auf den Auszug der Israeliten aus Ägypten wie er im Buch Deuteronomium beschrieben wird.

 

Schawuot erinnert an das erhabene Ereignis, das die Kinder Israels sieben Wochen nach ihrem Auszug aus Ägypten erlebten, als sie am Fuße des Berges Sinai irgendwo in der Wüste der Halbinsel Sinai lagerten.

 

 

Verbundstafel

5 Bücher Moses

Das Buch Ruth

Sprüche der Väter

 

Dieses Ereignis war, dass G.tt sich offenbarte und ihnen die Verbundstafeln darbot.

 

1 Und G.tt redete alle diese Worte    und sprach:

 2 Ich bin der HERR, dein G.tt, der ich   dich aus dem Land Ägypten, aus   dem Sklavenhaus herausgeführt   habe.

.3 Du sollst keine andern Götter    haben neben mir. -

Exodus 20: 1-3

  

   

   

   

 

Obgleich diese 10 Gebote nicht die ganze Torah bilden, die 613 Ge- und Verbote ( tarjag mitzwot) enthält, stellen sie ihre Grundlage dar. Zudem wurden diese Zehn Gebote die moralische Grundlage für die ganze westliche Zivilisation.

Obwohl niemand genau weiß, wie G.tt sich dem Menschen offenbart, die Weisen und Denker Israels hatten darüber immer verschiedene Meinungen, war es ein Er-eignis von ehrfurchtseinflößenden Ausmaßen, ja, ein einzigartiges geistiges Erleb-nis, welches die Israeliten mit ihrem Glauben und Schicksal unauslöschlich prägte. Im Gebetbuch wird dieses Fest  (s’man matan toratenu) „die Zeit der Übergabe unserer Torah“ genannt, denn das ist das Hauptthema des Festes. Hierbei handelt es sich um die schriftliche und mündliche Torah. Die immerwährende Bedeutsamkeit dieses Themas wird durch die Antwort betont, die auf die Frage gegeben wird, warum dieses Fest nicht „Empfang unserer Torah“ heißt. Die Antwort ist, dass das Geben (Übergabe der Torah) ein einziges Mal stattgefunden hat und so als Ereignis durch dieses Fest in Erinnerung gebracht werden kann; das Empfangen der Torah ist jedoch eine wesentliche Aufgabe, ja Verpflichtung für Juden, die jeden Tag und überall stattfinden muss. Dabei hilft die Erinnerung an dieses einmalige und bedeutsame Geschehen – kraft dieser vertrauenden Leistung durch Empfangen – gewappnet zu sein, Wirrnissen gegenüber standzuhalten, weil die Torah Stand und Halt gibt, auch in einer orientierungslosen und ungerechten Welt.

Gemäß jüdischer Tradition wurde die Torah im Jahr 2448 nach der Erschaffung der Welt (Schöpfungsgeschichte) der Welt gegeben. Dadurch wird auch ihre über-geschichtliche und überzeitliche Bedeutung hervorgehoben. Während die Juden am Sinai ihren Bund mit G.tt bestätigten, indem sie erklärten: „Wir werden tun und hören“ (na’aseh we nischma), betont die Torah: „Und nicht mit euch allein stelle ich diesen Bund fest und diesen Eid, sondern mit dem, der hier mit uns heute steht vor dem Ewigen, unserem G.tte, und mit dem, der nicht hier mit uns heute ist“ (5.  Mose, 29:13-14). Der Talmud (schuwot 39a) erklärt den zweiten Teil dieses Verses als deutliches Einbeziehen von allen zukünftigen Geschlechtern der Juden und von allen zukünftigen Proselyten, die später den jüdischen Glauben freiwillig annehmen werden und sich an die Torah halten. D.h. trotz aller Exklusivität des jüdischen Volkes, die Torah erhalten zu haben, werden „Fremde“ nicht streng ausge-schlossen oder verworfen.

 

·         Charakter und Namen des Festes

-          Das Schawuot-Fest betont die geistig bedeutsame Lehre, dass die Ent-lassung aus Sklaverei und Gewinn politischer und räumlicher Freiheit keine vollkommene Freiheit bilden, wenn diese nicht in der geistigen Disziplin und den Pflichten gipfelt, die der Offenbarung an Israel und Israels Empfang der Torah durch den Vermittler Moses innewohnen. Da den Kindern Israels zu Schawuot die gesamte Torah übergeben wurde, wird das Fest  (chag matan torah) genannt. Unsere Weisen betonen eindringlich, dass nur durch den freiwilligen und bewussten Empfang der Torah die Kinder Israel ein wirklich freies und selbst-bewußtes Volk wurden (2.Buch Moses 24:7). Mit dem Empfang der Torah nimmt das Volk Israel nicht nur einen Gesetzescodex  und Vor-schriften auf sich, sondern gibt auch ein Versprechen, das einer Berufung gleichkommt. Israel hat eine Aufgabe übernommen, von deren Erfüllung das Bestehen der ganzen Welt abhängt, von welcher es sich niemals lossagen kann.

 

-          Die Torah bezeichnet das Fest (chag haschawuot); Schawuot heißt Wochen und rührt von der Tatsache her, dass es nach dem Zählen von sieben vollen Wochen (vom zweiten Tag Pessach an) zu feiern ist. Es ist also auf den 50. Tag des Omer-Zählens festgelegt und fällt stets auf den 6. Siwan jüdischer Monatsrechnung (3. Mose 23:16). „Sieben Wochen sollst du dir abzählen …. und dann sollst du dem Ewigen, deinem G.tte, das Wochenfest feiern …. . (5. Mose 16:9-10)

 

 

-          Das Schawuotfest wird auch als (Chag haKazir) – Fest der Ernte bezeichnet, so wie es heißt:  (weChag haKazir bikurej maasecha) „und das Fest des Schnittes, der Erstlinge deiner Tätigkeiten, die du in das Feld einsäest …" (2. Mose 23:16). „Auch das Wochenfest sollst du feiern zur Zeit der Erstlinge der Weizenernte.“ (2. Mose 34:22) Hierdurch wird die enge Ver-bundenheit des jüdischen Volkes mit der Natur und ihrer Bewirtschaftung deutlich. In Israel ist zu Schawuot die Gerstenernte (Beginn um die Pessach-zeit) beendet und die Weizenernte als letzte Getreidesorte im Jahr beginnt; sie bildet somit den Abschluss der Getreideernte. Es war zur Zeit des Tempels eine freudige Pflicht, jede neue Gabe für G.tt in das Heiligtum zu bringen. So gesehen wird es verständlich, dass Schawuot im vollen Sinne eigentlich nur in Israel mit seinen klimaterischen Bedingungen gefeiert werden kann. Überhaupt ist die gesamte Torah auf die Prinzipien des Landesbesitzes in Israel und die Kultivierung des dortigen Bodens gerichtet.

 

-          Ebenfalls mit Schawuot in Verbindung gebracht wird (Jom haBikurim) – Tag der Erstlingsfrüchte. (2. Mose 23: 14f.) Da diese Dankgabe nicht mehr im Tempel dargebracht werden kann, ist es Brauch, die ersten Früchte (Obst und Gemüse) des Landes an Bedürftige abzugeben. In diesem Zu-sammenhang ist auch daran zu erinnern, dass Eretz Israel mit sieben Früchten (Weizen, Gerste, Weintrauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven, Dattelhonig – Schiwat haMinim) gesegnet ist. An Schawuot fängt die Zeit an, in der man diese zum Altar bringt.

 

-         Azeret (Schlusstag, Abschlussfest), dieser Name wird in der Torah wohl nicht erwähnt, der Talmud und die Weisen bezeichnen das Fest jedoch immer so. Dies ist ein eindeutiges Zeichen, dass Schawuot mit Pessach verknüpfend in Verbindung steht, bzw. dass Schawuot Pessach abschließt, Schawuot Pessach die endgültige Würde der Befreiung vermittelt, d.h. das Erlösungsgeschehen ist vollkommener geworden, weil durch den geistig-moralischen Akt der Befreiung (Erhalt der Torah) die rein physische Befreiungstat moralisch – sittlich erhöht wird, eine gehobenere Form und Ausrichtung erhält.

 

·         Milchige Speisen zu Schawuot

Besondere Speisen oder Gerichte, die für bestimmte Feste charakteristisch sind, entstammen oft aus einer religiösen Symbolik. So wurde es Sitte, an Schawuot wenigstens eine milchige Mahlzeit zu sich zu nehmen. Manche bringen diese Tradition mit dem Symbol des Landes „das von Milch und Honig fließt“ in Verbindung. Andere verknüpfen dieses Fest des Gebens der Torah mit der gegenseitigen Abhängigkeit und damit Einheit der schriftlichen und der mündlichen Lehre. Denn der gleiche Vers, in dem steht, dass „die Erstlings-früchte deines Landes du in das Haus G.ttes, deines G.ttes bringen sollst“, zur Feier des Schawuot, betont auch: „Koche das Lamm nicht in der Milch seiner Mutter“ (2. Mose 23:19/34:26). Auf dem zweiten Teil dieser Verse basiert, nach der mündlichen Lehre, das Verbot, Milch und Fleisch zusammen zu essen. Daher wird zu Schawuot wenigstens eine milchige Mahlzeit gegessen, um die totale Einheit des Verses und auch die starke Gültigkeit der mündlichen Torah zu betonen.

Im folgenden sollen einige Begründungen für das Essen von Milchspeisen angerissen werden:

-         Als Moses aus dem Nil gezogen wurde – es war am 6. Siwan = Schawuot! – wollte er nur von einer hebräischen Frau gestillt werden. Wir erinnern uns an diesem Tag an seinen Verdienst, als Vermittler zwischen G.tt und dem Volk Israel tätig gewesen zu sein, indem milchige Speisen genossen werden.

-         Bis zum Empfang der Torah war es den Kindern Israel erlaubt, sowohl Fleisch von unreinen Tieren als auch ungeschächtetes Fleisch zu essen. Von diesem Tag an mussten sie alle Speisegebote (Kaschrut) einhalten, denn in den Zehn Geboten sind alle 613 Ge- und Verbote der Torah enthalten. Die Speisegeräte waren damals jedoch nicht gekaschert (rituell rein gemacht). Die Überlieferung sagt, der Tag des Empfangs der Torah ist ein Schabbat gewesen, jegliche Arbeit, also auch das Kaschern ihrer Geräte, war unter-sagt. Deshalb waren sie geradezu gezwungen, nur Milchiges zu genießen.

-         Im 4. Mose 28:26 steht: „ … eine neue Gabe für G.tt an eurem Schawuotfest …" auf hebräisch:

phonetisiert: mincha chadascha laschem beschawuotejchem.

Die Anfangsbuchstaben lauten:

  mechalav = aus Milch, wobei zu beachten ist, dass im Hebräischen der Buchstabe B“ auch als „V“ ausgesprochen werden kann.

 

-          Der Zahlenwert des Wortes „Chalav“8 , = 30 , = 2 = Milch ist vierzig, dies entspricht den vierzig Tagen, die Moses auf dem Berg Sinai verbracht hat, um die Torah vom Ewigen zu empfangen.

·         Einige Bräuche und Legenden rund um Schawuot

-          Die anderen Festtage beginnen in der Regel in den frühen Abend-stunden, Schawuot jedoch bei Eintritt der Nacht, damit wirklich sieben vollständige Wochen zwischen Pessach und Schawuot liegen.

-          Man pflegt während der Schawuotnacht wach zu bleiben und sich mit dem Torahlernen zu beschäftigen (Tikkun lejl Schawuot). Unsere Weisen weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass dabei Abschnitte sowohl aus der schriftlichen als auch aus der mündlichen Lehre erörtert und gelernt werden sollen, um dieser Nacht die richtige Würde zu geben. Tikkun heißt Verbesserung, wenigstens andeutungsweise sollen Ver-säumnisse, sich der Torah anzunehmen, getilgt werden. Durch das nächt-liche Studium der Torah ist man fähig und bereit, würdig die Torah in Empfang nehmen zu können und damit eine Rückkoppelung zum damaligen Ereignis zu leisten.

-          Im Schawuotgottesdienst werden die Zehn Gebote mit aller Erhaben-heit verlesen. Es würde diesen Artikel jedoch sprengen und überfordern, sich dieser genauer anzunehmen. Deshalb sollen nur wenige Wichtigkeiten angedeutet werden. Da die Zehn Gebote auch sämtliche 613 Ge- und Ver-bote der Torah in sich bergen, ist es besser, Zehn Worte hierfür zu sagen, um auch die semantische Bedeutung hervorzuheben. Diese wurden auf zwei Tafeln durch den Finger G.ttes fixiert. Beide korrespondieren mit-einander, d.h. jedes Gebot auf der einen Tafel entspricht dem gegenüber-liegenden Gebot auf der zweiten; hierfür ein kleines Beispiel: „Morde nicht“ steht dem „Ich bin G.tt, dein G.tt“ gegenüber. Dies soll uns lehren, dass jeder Mörder G.tt und allem Göttlichen im menschlichen Wesen Abbruch tut.

Um es wiederholend und damit betonend hervorzuheben, enthalten die Zehn Worte (2. Mose 20:2-14) die gesamte Torah; die 613 Ge- und Verbote ent-sprechen den 613 Buchstaben, aus denen die Zehn Worte zusammengesetzt sind. Außerdem stehen sie den zehn Aussprüchen gegenüber, durch welche die Welt erschaffen wurde. Damit wird deutlich, dass sie in kurzer, geballter Form die ganze Kraft und Stärke des göttlichen Wirkens und Wollens in sich tragen.

Eigentlich enthalten die Zehn Gebote insgesamt 620 Wörter, die letzten beiden Wörter  ascher lere’echa  bestehen aus sieben Buchstaben und sollen Hinweis auf die sieben Noachidischen Gebote darstellen (620-7=613!). Der Ewige hebt dadurch ebenso die Würde von Noachiden hervor, die auch – bei Einhaltung der 7 Gebote – Teilhaber der ewigen Welt sein dürfen.

-       Zu Schawuot liest man ebenfalls das Buch Ruth – Megillat Ruth – dies hat mehrere Begründungen, einige sollen im folgenden kurz erwähnt werden:

Nur durch Leid und Mühe kann die Torah erworben werden, auch Ruth hat solches erfahren müssen.

Im Buch Ruth liest man vom Anfang der Gerstenernte, das Thema Ernte spielt also eine Rolle – wie an Schawuot.

An Schawuot – das Ereignis des Torahempfanges – erhielt das Volk Israel zu den sieben Noachidischen Geboten noch 606 613! Der Zahlenwert der hebräischen Buchstaben: (tav) = 400 ,   (resh) = 200 , (wav) = 6 entspricht den Buchstaben des Namens Ruth רות und summiert sich zu 606.

Als unsere Väter die Torah empfingen, wurden sie wie Gerim – zum Judentum Übergetretene – betrachtet, denn sie mussten Berit-Mila  (Beschneidung) und Tevilla (Untertauchen im rituellen Tauchbad „Mikwe“) vollziehen. Deshalb wird zu Ehren Ruths, die ebenfalls übergetreten war und Stammutter des jüdischen Königreichs wurde (drei Generationen von Ruth bis David, also Urgroßmutter von König David), ihre Geschichte gelesen. So gesehen entstammt alles göttlicher Absicht und Zustimmung. Zudem wurde König David an Schawuot geboren und ist gestorben.

Auch einige erklärende und damit erhellende Legenden ranken sich um dieses Fest, die diesen Artikel abschließen sollen.

-        Engel und Menschen wetteifern für die Torah

Als Moses in die Höhe des Berges stieg, fragten die Engel den Ewigen, was dieser Mensch bei ihnen zu suchen habe. Der Ewige antwortete ihnen, dass er die Torah empfange. Darüber regten sich die Engel auf, weil es ihnen ungerecht erschien, dass nun auch Menschen an der Herrlichkeit des Himmels teilhaben können. Moses war verunsichert, wie er mit den verärgerten Engeln umzugehen habe und bat den Ewigen um Rat bzw. fragte, was in dieser Torah überhaupt geschrieben steht. Er antwortete: „Ich bin G.tt, dein G.tt, der dich aus Ägypten herausgeführt hat“. Deshalb sprach Moses zu den Engeln, ob sie nach Ägypten gezogen seien, sie Sklaven waren, sie befreit hättet werden müssen? Außerdem sind sie nicht mit Götzendienst konfrontiert wie die Menschen, hätten keine Streitigkeiten, müssten nicht schwören, hätten keine Werke zu verrichten, um des Schabbats zu bedürfen, hätten weder Vater noch Mutter, die sie zu ehren haben, hätten sowieso keine bösen Triebe (stehlen, ehebrechen, morden). Daraufhin sahen die Engel ein, dass die Torah wirklich nur für Menschen bestimmt ist.

-        Warum die Torah in der Wüste gegeben wurde

Die Torah wurde an einer öffentlichen Stelle, an einem Ort, der niemandem gehört, gegeben. Wäre sie in Israel gegeben worden, hätten die anderen Völker der Erde sich darüber beklagt, weil sie ausgeschlossen gewesen wären. Darum wurde sie an einem neutralen, allen zugänglichen Ort offenbart, d.h. alle, die sie annehmen wollten und wollen, konnten und können dies tun. So gesehen hat die Torah durchaus globalen Charakter. Der Grund, warum sie ausgerechnet in der Wüste gegeben wurde, liegt in dem Umstand, dass es in der Wüste sehr schwer zu leben ist, es keinen Überfluss, keine Bequemlichkeiten gibt. Ebenso kann die Torah nicht ohne große Anstrengungen und Schwierigkeiten erworben werden.

-        Warum gab der Ewige die Torah nicht sofort nach dem Auszug aus Ägypten?

Damals waren die Kinder Israel noch zu sehr mit Spuren der Sklaverei und Unterdrückung behaftet, ihre Körper waren zerschunden, sie hatten allerlei körperliche Gebrechen. Der Ewige wollte ihnen deshalb die Möglichkeit geben, sich von allen getätigten Frondiensten zu erholen und starkes Vertrauen zu ge-winnen, um der neuen Herausforderung, der freiwilligen Annahme der Torah mit all ihren Anforderungen, gewappnet zu sein. So gesehen ist ein strahlenderes Aussehen vom Ewigen gewünscht, um mit Würde und Ehrfurcht dem Glanz der Torah zu begegnen und sie richtig zu verstehen. Selbst kleinste Details sind von Bedeutung, so darf man z.B. das kleine Wort (lo) = nein nicht mit dem Wort (lo) = ihm verwechseln. Nur ein ausgeruhter Körper vermag mit hellem und wachem Verstand geistige Fordernisse zu meistern.

-                Warum wurde die Torah am Berg Sinaï gegeben?

Den dritten Monat nach dem Auszug der Kinder Jisrael aus dem Lande Mizrajim (Ägypten), an diesem Tage kamen sie in die Wüste Sinai.  Sie waren aufgebrochen von Refidim und gekommen in die Wüste Sinai, und lagerten sich in der Wüste, und Jisrael hatte sich dort gelagert dem Berge gegenüber.

Exodus 19: 1-2

Als der Ewige den Menschen die Torah geben wollte, berieten sich viele Berge, welcher von ihnen wohl der geeignete sei. Auch die Berge Tabor und Carmel mischten sich in dieses Feilschen um die Gunst des Empfangens der Torah auf ihren Höhen ein. Aber der Ewige wehrte sie ab, weil auf ihnen Götzendienst getrieben wurde. Der Berg, auf dem G.tt wohnen will, muss davon unberührt sein. Der Berg Sinai sei jedoch vom Berg Moria abgeschnitten, ähnlich der Absonderung vom Teig bei der Challa (Schabbatbrot), weil auf ihm Isaak zum Opfer dargebracht werden sollte. Deshalb sei dieser Berg würdig, dass von ihm die Torah den Kindern Israel gegeben werde. Der niedrigste Berg und das kleinste Volk erhielten die Ehre, vom Ewigen auserwählt worden zu sein, weil die Torah die Menschen lehrt, bescheiden zu sein, um an Größe zu gewinnen.

 

Und dies ist die Lehre, die Moses vorgelegt den Kindern Israel. Auf Befehl des Ewigen durch die Hand Moses.

Ein Baum des Lebens ist sie den an ihr Festhalten, und die sie erfassen, sind selig gepriesen.

Ihre Wege sind freundliche Wege, und all ihre Stiege Heil.

Dauer der Tage ist in ihrer Rechten, in ihrer Linken Reichtum und Ehre.

 

 

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