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Das Laubhüttenfest Sukkot
von
Arjeh Lieo Gur
und
Gabriela Sarah Bayer
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Nachdem wir Rosch
haSchana und Jom haKippurim (der Versöhnungstag) hinter uns haben,
beginnen wir direkt nach dem Versöhnungstag mit dem Bau der Laubhütte,
der „Sukka“ . Denn das
Fest fängt schon 5 Tage später am 15. Tischri an. Es ist ein Fest, das
ausdrücklich im 3. und 5. Buch Mose genannt wird.
3. B.M. 23:33.
„Und der Ewige redete zu Mose also: 34. Rede zu den Kindern Israel
also: Am fünfzehnten Tage dieses siebenten Monats ist das Fest der
Laubhütten
(chag hasukot)
sieben Tage dem Ewigen.
35. Am ersten Tag
ist heilige Berufung, keinerlei Arbeitsverrichtung sollt ihr tun. 36.
Sieben Tage sollt ihr dem Ewigen ein Feueropfer darbringen. Am achten
Tag sei euch heilige Berufung und ihr sollt dem Ewigen ein Feueropfer
darbringen: es ist eine Festversammlung, keinerlei Arbeitsverrichtung
dürft ihr tun.
39. Jedoch am
fünfzehnten Tag des siebenten Monats, wenn ihr den Ertrag des Landes
eingesammelt habt, sollt ihr sieben Tage das Fest des Ewigen feiern.
Am ersten Tag soll Ruhe sein, und am achten Tag soll Ruhe sein.
40. Und nehmet
euch am ersten Tage eine Frucht vom Baume Hadar
, Palmzweige
und Zweige von Baume
Abot und von
Bachweiden, und freuet euch vor dem Ewigen, eurem G.tt, sieben Tage.
41. Und begeht es
festlich als Fest für den Ewigen sieben Tage im Jahre, eine ewige
Ordnung für eurere Geschlechter; im siebten Monat sollt ihr es
festlich begehen.
42. In Hütten
sollt ihr wohnen sieben Tage alle Eingeborenen in Israel
'
(kol ezrach
bejisrael jasch’bu beSukkot)
sollen wohnen in
Hütten.
43. Damit es eure
Geschlechter erfahren, dass ich die Kinder Israel in Laubhütten habe
wohnen lassen, da ich sie aus dem Land Ägypten herausführte.
Ich
bin der Ewige, euer G.tt.”
5. B.M.16:15.
„Sieben Tage sollst du für den Ewigen, deinen G.tt, das Fest feiern an
der Stätte, die der Ewige erwählen wird. Denn der Ewige, dein G.tt,
wird dich segnen in all deinem Ertrag und in allem Tun deiner Hände,
und du sollst wirklich fröhlich sein. 16. Dreimal im Jahr soll alles
bei dir, was männlich ist, vor dem Ewigen, deinem G.tt, erscheinen an
der Stätte, die er erwählen wird: am Fest der ungesäuerten Brote und
am Fest der Wochen und am Fest der Laubhütten. Und man soll nicht mit
leeren Händen vor dem Ewigen erscheinen: 17. jeder nach dem, was seine
Hand geben kann, nach dem Segen des Ewigen, deines G.ttes, den er dir
gegeben hat.“
Im 3. B. M. 23:41
sagt uns, unser G.tt, dass es „eine ewige Ordnung für eurere
Geschlechter ist“.
Weil es in Israel
auch eine landwirtschaftliche Bedeutung hat, nennt die Torah es das
Fest auch (chag
ha-assif) „das Fest des Einsammels“ (2.
B.M.
23:16 u. 34:22)
Es ist ein
fröhliches Fest. Im Lande Israels erreichte die Freude zu biblischen
Zeiten gerade zur Erntezeit seinen Höhepunkt. Es ist sogar ein Auftrag
des Ewigen fröhlich zu sein. Im 3.B.M. 23:24 steht der Auftrag:
„ …
und sollt euch vor dem Ewigen, eurem G.tt, sieben Tage freuen.“
Im 5.B.M. 16:14-16
wird es sogar drei Mal hintereinander gesagt:
14. „Und du sollst
dich an deinem Fest freuen, du und dein Sohn und deine Tochter und
dein Sklave und deine Sklavin und der Levit und der Fremde und die
Waise und die Witwe, die in deinen Toren <wohnen>.
Bemerkenswert ist,
dass auch hier ALLE wiederholt wird, auch der Fremdling (הגר
haGer), der in deinen Toren wohnt, soll am Fest teilnehmen.
Dies ist von
großer Bedeutung für diejenigen, die nicht jüdisch sind, denn an
diesem Fest werden alle eingeladen. Der Prophet Zacharia sagt in Kap.
14:16.: „Und es wird geschehen: Alle Übriggebliebenen von allen
Nationen, die gegen Jerusalem gezogen sind, die werden Jahr für Jahr
hinaufziehen, um den König, den Ewigen der Heerscharen, anzubeten und
das Laubhüttenfest zu feiern. 17. Und es wird geschehen, wenn eines
von den Geschlechtern der Erde nicht nach Jerusalem hinaufziehen wird,
um den König, den Ewigen der Heerscharen, anzubeten: über diese wird
kein Regen kommen.“
Historische
Bedeutung
Das Fest erinnert
an die Periode nach dem Auszug aus Ägypten, als die Israeliten während
ihrer vierzigjährigen Wanderung in der Wüste unter primitiven
Verhältnissen leben mussten. Seine historische Bedeutung liegt nicht
nur so sehr in der Vergangenheit, sondern ragt ins Heute hinein. Es
soll uns auch am heutigen Tage daran erinnern, das wir völlig abhängig
von G.ttes Gnade sind.
ER
gab uns Schutz. Er wohnte unter uns in der Wüste.
Er gab uns „Mana“
Brot vom Himmel, sorgte dafür, dass wir überlebten. Dies verkörpert
diese Hütte, die trotz ihres ungeschützten und unsicheren Daches uns
ein Gefühl von Schutz und Sicherheit
(bitachon) vermittelt.
Psalm 84:11: „Denn
ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als <sonst> tausend. Ich will
lieber an der Schwelle stehen im Haus meines G.ttes als wohnen in den
Zelten der Gottlosen. 12. Denn G.tt, der Ewige, ist Sonne und Schild .
Gnade und Herrlichkeit wird der Ewige geben, kein Gutes vorenthalten
denen, die in Lauterkeit wandeln. 13. HERR der Heerscharen! Glücklich
ist der Mensch, der auf dich vertraut.“
Die Laubhütte
Das Dach der Sukka
darf nicht ganz geschlossen sein, man sollte nachts die Sterne sehen
können. Es darf erst dann angebracht werden, wenn die Wände der Sukka
fertig gebaut sind. Die Hütte muss so gebaut sein, dass sie nicht
leicht vom Wind weggeweht werden kann. Andererseits darf sie nicht zu
kräftig gebaut werden, denn sie soll das Vertrauen zum Ewigen
ausdrücken, dass Er uns schützt, wir ohne Seinen Schutz verletzbar
sind. Die Hütte ist eine zeitweilige Unterkunft und symbolisiert, dass
auch das Leben zeitweilig ist. „Denn er wird mich bergen in seiner
Hütte
(suka) am Tag des Unheils, er wird mich verbergen im Versteck seines
Zeltes; auf einen Felsen wird er mich heben.“ Psalm 27:5
Das Leben
innerhalb einer Woche in der Sukka macht begreifbar, dass der Ewige
unser Zufluchtsort ist.
Psalm 31:2. „Bei
dir, Ewiger, habe ich mich geborgen; lass mich niemals zu Schanden
werden; errette mich in deiner Gerechtigkeit!
21. Du bewahrst
sie im Schutze deines Angesichts vor den Verschwörungen der Menschen;
du birgst sie in einer Hütte vor dem Gezänk der Zungen. 22. Gepriesen
sei der Ewige, denn wunderbar hat er seine Gnade an mir erwiesen (als)
in einer befestigten Stadt.
25. Seid stark,
und fest sei euer Herz, alle, die ihr harret auf den Ewigen.“
Brauch
Minhag
Während des
Laubhüttenfestes ist es üblich aus dem Buch Prediger zu lesen, um die
Zeitlichkeit unseres Daseins zu betonen. Wie sinnlos kann unser Leben
ohne G.tt sein, denn ohne den Ewigen ist das Geschick der
Menschenkinder wie das Geschick des Viehes, und ein Geschick haben
sie; wie der stirbt, so stirbt jenes, und einen Geist haben sie alle,
und der Vorzug des Menschen vor dem Vieh ist ein Nichts
,
denn alles ist eitel.
Gerade in dem
Ausdruck „Nichts“ (ajin) liegt
die tiefere Bedeutung. Es besteht aus den Anfangsbuchstaben
für
(anaschim) der Mensch
für
יש (jesch) hat
eine Seele
„Neschama“
oder auf jiddisch eine „Nessjome“. Dieser Ausdruck verweist bereits
auf Simchat Torah, wenn wir wieder mit Bereschit (1. B.M. 1) beginnen
und dort in Kapitel 2 Vers 7 lesen, dass der Mensch nicht nur über
eine „Nefesch“ wie die alle Lebewesen verfügt, sondern auch über eine
„nischmat chajim“, und so wurde der Mensch ein lebend-denkendes G.tt
ähnliches Wesen.
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Ein weiterer Brauch
bezieht sich auf das Einladen von Gästen. Wir laden die grossen
Vorväter Israels ein mit uns in der Sukka zu sitzen: Avraham, Jitzchak,
Jaakow, Josef, Aharon und David – jeden Tag einen anderen. Zugleich
aber laden wir auch Bedürftige ein, die nicht im Stande sind, sich
eine eigene Laubhütte zu erbauen, deshalb während dieser Festtage
sozusagen heimat-, hauslos wären, Geborgenheit vermissen müssten.
Oben stehende Bilder zeigen den Bau
der Laubhütte in Migdal und wie sie von Kindern besucht wird.
Ein weiterer
Brauch bezieht sich auf das Einladen von Gästen, so wie hier in Migdal,
für Kinder, die nicht im Stande
sind, sich eine eigene Laubhütte zu erbauen, deshalb während dieser
Festtage sozusagen heimat-, hauslos wären, Geborgenheit vermissen
müssten. Dazu gehören auch Fremde.
Die vier Arten
(ARBA’A MINIM)
„Und ihr sollt
euch am ersten Tag prächtige Baumfrüchte nehmen, Palmwedel und Zweige
von dichtbelaubten Bäumen und von Bachpappeln und sollt euch vor dem
HERRN, eurem G.tt, sieben Tage freuen.“ 3. B.M. 23:40
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Ein weiteres Gebot
„Mitzwa“ am Sukkot ist es, von vier Arten einen „Lulav“ Palmzweig
zusammenzustellen.
Drei Myrthenzweige
(hadassim) und zwei Bachweidenzweige
(arawot).
Der „Lulav“ ist
der grösste der vier Arten und deshalb wird der Strauch nach ihm
benannt.
Nachdem der Lulav,
die Myrthenzweige und Bachweidenzweige aneinander gebunden sind, wird
er in der rechten Hand gehalten und der „Etrog“
, der gesondert bleibt,
mit dem Stiel nach oben, in der linken.
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Danach sagt man
folgenden Segenspruch.

(Baruch ata adonai
melech haolam ascher kideschanu bemitzwotav weziwanu al natilat lulav)
Gelobt seiest Du, Ewiger, unser G.tt,
König der Welt, der uns durch Seine Gebote geheiligt und uns
aufgetragen hat, den Lulav zu nehmen.
Nach dem
Aussprechen des Segenspruches, dreht man den Etrog um, so dass der
Stiel unten und der "pitom"
oben ist. Dann schüttelt man den "Lulav"
, mit dem "Etrog"
zusammengehalten, in alle vier Himmelsrichtungen – Osten, Süden,
Westen, Norden – und dann nach oben und unten.
Die Bedeutung
der vier Arten
Unsere Weisen lehren, dass Lulav (Palmzweig), Hadass (Myrte), Arava
(Bachweide) und Etrog (Zitrusfrucht) jeweils ihre eigenen
Charakteristiken in sich tragen:
Der Etrog mit
seinem durchdringenden Geschmack und Duft steht für die Juden, die
Gutes tun und die Torah studieren.
Der Palmzweig
erinnert an die wohlschmeckenden Datteln der Palme, ohne Duft. Er
gleicht den Juden, die lieber die Torah studieren als die Mizwot zu
befolgen.
Die Myrte duftet
gut, hat aber keinen Geschmack. Sie gleicht den Juden, die wenig über
die Torah wissen, aber Gutes tun.
Die Weide hat
weder Duft noch Aroma. Sie steht für die Juden, die weder gelehrt sind
noch die Mizwot befolgen.
Unsere Rabbinen
verglichen die Vier Arten mit vier Repräsentanten des jüdischen
Volkes. Der Geschmack symbolisiert das Torahstudium, der Geruch die
Mitzwot.
Natürlich ist der
Etrog das Beste. Aber zu Sukkot halten wir die Vier Arten zusammen und
zeigen so, dass wir alle ein Volk sind und zusammen gehören.
מועדים וחגים לשמחה
© by
Verein B´nei noach
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